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Flash ist eine sehr gute Erweiterung, u.U. auch ein Ersatz für HTML bei der die Erstellung von Web-Seiten. Mit Flash lassen sich Navigationselemente mit Mouseover-Effekt ebenso erstellen wie ganze 'Zeichentrickfilme'.

Rudolf Misera: Flash 4 - Möglichkeiten zur besseren Gestaltung von Internet-Seiten

'Als die Bilder laufen lernten ...' - so wird gerne der Beginn des 'Filmzeitalters' umschrieben. An die Stelle der statischen Fotografie trat ein Medium, mit dem auch 'Bewegung' - action - festgehalten und wiedergegeben werden konnte.
Eine ähnliche Formulierung könnte man auch für Flash verwenden - eine Möglichkeit, die Darstellung von Informationen im WWW auf umfangreichere Bewegungsabläufe zu erweitern, aber auch um einfach 'action' in die Gestaltung von Web-Sites zu bringen. HTML, die von Tom Bernhard Lee 1972 entwickelte Beschreibungssprache für eine einfache Darstellung von Informationen im Internet ist zwar in der Lage, neben Text auch Bilder, Töne und sogar digital codierte Filme auf Computer-Bildschirme zu bringen. Aber zum einen ist die Wiedergabe sehr von der Art der eingesetzten Hard- und Software (Bildschirmauflösung, Browser usw.) abhängig und Gestaltungsvorgaben wie Schriftart, Schriftgröße, Farben oder gar Verteilung von Text und Bild (Layout) wirken sich nur bedingt aus und müssen daher in der Regel sehr allgemein gehalten werden. Zum anderen fehlen für bestimmte Vorgänge - z.B. für eine optimale Menüsteuerung oder eine ansprechende Auswahlgestaltung (button mit mouseover-effekt) die entsprechenden Befehle. Mit DHTML (D steht für dynamic), Javascript, JavaAplets und ActiveX wurde dieses 'Manko' zwar schon teilweise behoben - mit Flash steht nun aber ein browserunabhängiges, mit vielen 'Interaktiven'-Funktionen ausgestattetes Programmiersystem für Web-Sites zur Verfügung, das außerdem viele Gestaltungsmöglichkeiten (Grafik, Schrift usw.) bei sparsamstem Umgang mit den technischen Ressourcen bietet.
Natürlich stellt sich schon hier die Frage, ob solche Funktionen zum Verständnis der dargebotenen Informationen denn überhaupt notwendig, ja vielleicht sogar hinderlich sind. Andererseits wurden schon im Mittelalter die - damals noch handgeschriebenen - Bücher mit wunderschönen Malereien versehen, die nicht in erster Linie zusätzliche Information weitergeben, sondern nur dem Schmuck dienen sollten. Und heute ist es selbstverständlich, dass jedes Buch und jede Zeitschrift - vom Fernsehen ganz zu schweigen - nicht nur qualitativ hochwertige Informationen enthalten, sondern auch noch ansprechend gestaltet sein muss. Ganze Heerscharen von Grafikern, Textern usw. werden tagtäglich bemüht, Anzeigen in Zeitschriften, Werbebroschüren usw. optimal an die Frau/den Mann zu bringen. Und unzählige Wissenschaftler erforschten und erforschen ständig, mit welchen Tricks die Aufmerksamkeit eines Zielpublikums für ein bestimmtes Produkt noch besser erregt werden kann - Farbe, Form, Bewegung usw. spielen dabei eine Rolle.
Der Grund ist recht einfach: Übersteigt die Zahl der in einer Zeiteinheit anfallenden Informationen die Aufnahmekapazität des Informations-Empfangenden, so ist er gezwungen, eine Auswahl zwischen wichtigen - unbedingt aufzunehmenden - und weniger wichtigen zu treffen. Bei einem Menschen ist diese Grenze relativ schnell erreicht (dies hängt u.a. mit der Leistungsfähigkeit unseres Nervensystems zusammen). Da die Zahl der Informationen aber ständig eher zu- als abnimmt, muss jedermann ein solches schnell funktionierendes Auswahlsystem entwickeln. Gestaltung, und dies gilt natürlich auch für das Informationssystem Internet oder WWW, muss also zum Ziel haben, dieses Auswahlsystem zu beeinflussen, ja zu überwinden. Und genau dazu kann Flash beitragen.

 Was ist Flash?

Mitte bis Ende der 80erJahre entwickelte sich ein neues Anwendungsgebiet für Computer: Multimedia. Darstellung von Bildern in Farbe auf den Bildschirmen wurde möglich und die Computer, insbesondere die neuen Personal-Computer (PC), lernten 'reden und hören'. 'Interaktion' wurde zum Schlagwort: Die Fähigkeit von Programmen gezielt (und logisch) auf Eingaben zu reagieren, wurde zu einer neuen 'Kommunikation' zwischen Mensch und Maschine eingesetzt.
In dieser Zeit (ab 1984) wurden die Vorläufer von Flash für Videospiele, Illustrationsprogramme (vektororientiert) und Animationsprogramme entwickelt (SmartSketch, Cel-Animator) und bereits 1995 wurde auch das Web als Einsatzgebiet entdeckt. Anfang 1997 erschien Flash 1 (Firma Macromedia), kurz darauf Flash 2. 1998 kam Flash 3 und im Juni 1999 Flash 4 (Flash 5 ist bereits in englischer Version erhältlich). Nach einer aktuellen Studie können mehr als 248 Millionen Menschen weltweit Flash-Programme mit ihrem Browser anschauen (91,8 Prozent aller Webbrowser haben das dazu notwendige Plugin bereits installiert), die Zahl der professionellen Entwickler von Flash-Programmen hat die 500.000-Grenze schon weit überstiegen.
Früher hätte man Flash als Programmiersprache zur Erzeugung von Bildfolgen am Computer bezeichnet. Der heute gegebene Komfort dieses 'Werkzeugs' fordert eher die Bezeichnung 'Entwicklungsumgebung' (für interaktive Filme auf der Grundlage vektorbasierender Grafik). Mit Hilfe dieses Systems lassen sich auch komplexe Bewegungsabläufe als Aufeinanderfolge einzelner Bilder ähnlich einem Zeichentrickfilm darstellen. Der Vorteil gegenüber dem manuellen Zeichentrickverfahren liegt u.a. aber darin, dass Übergänge zwischen einzelnen Szenen/Bildern durch den Computer 'errechnet', also nicht einzeln erstellt werden müssen: Bei einem 'Zoom' (auf einen Bildausschnitt wird 'zugefahren', bis er bildfüllend angezeigt wird) reicht es z.B. grundsätzlich, das Anfangs- und Endbild vorzugeben. Die Zwischenbilder, die notwendig sind um eine Bewegung zum Objekt hin zu simulieren, werden vom Computer selbstständig eingefügt. Flash verwendet dabei grundsätzlich keine Bitmap-Bilder, die zur digitalen Codierung in einzelne Bildpunkte (pixel) zerlegt und deren Platzierung, Farbe, Helligkeit usw. durch binäre Werte (bits - '0' oder '1') angegeben werden müssen, sondern vektorbasierende Grafik. Hierbei werden für ein Bild nur die geometrischen Eckwerte (x,y) in einem Koordinatensystem ('Gitter') festgehalten: bei einer Geraden z.B. der Anfang und Endpunkt, bei einem Viereck die vier Ecken, bei einem Kreis der Mittelpunkt und der Radius. Hinzu kommen unter anderem der/die Farbwert(e) für eine Linie oder eine gefüllte Fläche. Das Bild - die Grafik - wird mathematisch eindeutig 'beschrieben'. Insgesamt sind dies in der Regel viel weniger Informationen als bei einem Bitmap-Bild, d.h., es werden weniger bits und Bytes zu digitalen Verschlüsselung (und Speicherung und Übertragung) der Bildinformationen benötigt. Andererseits muss dann der Computer, der diese Daten erhält, daraus wieder ein Bild erstellen, indem er aus den Koordinatenwerten, den Farbangaben usw. die Werte ermittelt - errechnet - , auf die er z.B. die Pixel des Bildschirms einstellen muss. Dies stellt höhere Anforderungen an den Processor des Computers.
Leicht verständlich nun, dass Bildmanipulationen mit diesem Vektorenmodell relativ einfach darstellbar sind. Eine gerade Linie wird einfach dadurch länger, ein Viereck größer - oder kleiner -, dass die x-y-Koordinaten der End- bzw. Eckpunkte entsprechend verändert - z.B. um einen Wert erhöht oder mit einem Wert multipliziert - werden. Schriftzeichen (Buchstaben eines Textes) können natürlich auch vektorisiert werden und sind damit ebenfalls beliebig skalierbar.
Ein Problem hat die Vektorisierung jedoch: Jedes Bild muss zunächst als Grafik 'gezeichnet' werden. Dies erfordert natürlich - wenn man sich nicht auf Standards wie Kreis, Vierecke oder einfache Formen beschränkt - erhebliches künstlerisches Können! Hier ist wieder die Analogie zum Trickfilm und dessen Zeichnern gegeben. Die neuen Versionen von Flash sind zwar in der Lage auch mit Bitmap-Bildern zu arbeiten oder diese in Vektrografiken umzuwandeln, aber damit gehen wesentliche der beschriebenen Vorteile verloren.

 Wie kann man mit Flash arbeiten

Bei der Arbeit mit Flash sind zwei Bereiche zu unterscheiden: dies ist zum einen die Entwicklungsumgebung, in der die Bildfolge, die damit vorzunehmenden Manipulationen (z.B. Bewegung) und die möglichen Abläufe festgelegt werden. Dazu besteht ein sehr komfortables, relativ einfach zu bedienendes Editorprogramm. Das Ergebnis sind die Koordinatenwerte der verwendeten Bilder sowie Anweisungen, was damit - ggf. unter welchen Bedingungen - geschehen soll: ein Computerprogramm in 'symbolischer Form' , so wie es auch in anderen Fällen mit Hilfe von Programmiersprachen erstellt wird (Datei mit dem Suffix '.fa'). Da es in dieser Form noch zu redundant und umfangreich ist, muss es im zweiten Schritt komprimiert und compiliert werden (Datei mit dem Suffix '.swf'). Im Flash-Jargon heißt dies 'veröffentlichen'. Die sich danach ergebende Folge von binären Signalen (gespeichert in Bytes) kann nun grundsätzlich jedem Computer eingegeben werden. Im Internet geschieht dies z.B. durch Übertragung via Telefonleitung, aber auch von Diskette oder CD könnten die Daten gelesen werden.
Nun bedarf es noch eines weiteren Bausteins: Der Processor des Computers kann das kompilierte Programm nicht selbstständig ausführen. Er braucht dazu noch einen Helfer - dies ist natürlich wiederum ein Programm. Flash nennt diesen Helfer 'Player' und fügt diesen beim Einsatz im Internet als Plugin (Erweiterung) in den jeweiligen Browser (Microsoft Explorer, Netscape usw.) ein (werden Flash-Programme von CD oder entsprechenden Datenträgern aufgenommen, so gibt es dafür eigene Projektor-Programme). Der Clou: dieser Projektor ist so 'klein' - er umfasst nur ca. 150 Kilobyte - , dass er in relativ kurzer Zeit zusätzlich zu dem Flash-Programm übertragen werden kann. Wenn also ein Browser noch nicht über diese Erweiterung verfügt (ca. 92 Prozent aller eingesetzten Browser haben diese bereits integriert), ergibt sich kein wesentliches zeitliches Hindernis (Macromedia, die dieses Plugin kostenlos zur Verfügung stellt, hat die Installation außerdem so vereinfacht, dass selbst ein blutiger Computerlaie damit keine Probleme hat). Die Verwendung eines Flash-Programmes im Internet ist damit so einfach wie die Einbindung eines Bildes in eine Internet-Seite.
Und noch ein Vorteil dieses Player-Programmes muss erwähnt werden: Auch wenn durch die Vektorisierung und die Komprimierung/Kompilierung die digitalen Informationen auf ein Mindestmaß reduziert werden, können die fertigen Flash-Filmdateien viele tausend oder hundertausend Bytes umfassen. Dies bedeutet im Internet grundsätzlich, dass diese Datenmenge erst vollständig vom Ursprungsort (Server) zum Anwender (Client) übermittelt worden sein muss, bevor dieser bzw. der eingesetzte Browser damit etwas anfangen, also anzeigen, kann. Der Flash-Player erlaubt jedoch das 'streaming'. Sobald die ersten verwertbaren Daten aus dem 'Datenfluss' der Gesamtdatei den Client erreicht haben, wird der Browser bereits aktiv und zeigt z.B. erste Bilder oder startet die Tonwiedergabe. Unangenehme Wartezeiten des Empfängers vor einem leeren Bildschirm können damit weitgehend entfallen (die durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit, die u.a. von der Leitungsqualität bzw. dem eingesetzten Modem u.ä. abhängig ist, kann berücksichtigt werden).

 Die Entwicklungsumgebung

Eine detaillierte Beschreibung der für die Entwicklung von Flash-Programmen(Filmen) zur Verfügung stehenden Entwicklungsumgebung ist hier natürlich nicht möglich. Sie bietet so viele Möglichkeiten, dass dazu schon viele Bücher geschrieben und News-Foren gegründet wurden. Außerdem muss hier gleich eines gesagt werden: Flash - mit dieser Bezeichnung meine ich hier die Entwicklungsumgebung, den Editor oder wie immer man dieses Programmsystem bezeichnen will - ist ein hochwertiges Werkzeug für Fachleute und grundsätzlich kein Spielzeug für Hobby-Internetseiten-Bastler. Natürlich kann auch ein Laie, wenn er einigermaßen begabt ist, ein Bild malen, wenn man ihm Pinsel und Farbe in die Hand drückt. Aber die Werkzeuge allein machen noch keinen Meister. Viel Wissen um Gestaltung, viel Kreativität und eine große Portion Programmierkenntnisse sind wesentliche Voraussetzungen für gute Flash-Ergebnisse.
Zwei Begriffe durchziehen die gesamte Flashherstellung: 'Film' (Movie) und 'Aktion' (action). Ein Flash-Programm besteht in der Regel aus mehreren Filmen, die aus einzelnen Bildern (Grafiken) und Tonfolgen (sound) zusammengesetzt sind. Die einzelnen Bestandteile einer Grafik (und die Töne) können dabei in 'durchscheinenden' Ebenen (layers) 'übereinander' gelegt werden - eine Technik, die auch aus der Zeichentricktechnik bekannt ist und von vielen Grafik-programmen übernommen wurde. Mit den Begriffen 'Bühne' (stage) - die Fläche auf dem Bildschirm, auf der die Filme 'abgespielt' werden - und 'Zeitleiste' (timeline) - entspricht dem Drehbuch (storyboard) und legt die Abfolge der Bildanzeige usw. fest -wird weiterhin die Nähe zum Trickfilmbereich sehr klar. Anders als bei diesem besteht aber nun hier die Möglichkeit zu Variationen, die u.a. durch Aktionen des Betrachters ausgelöst werden können: Der Ablauf des Films wird 'interaktiv' gesteuert. Hierbei kommen die computer-spezifischen Möglichkeiten zum Tragen: Wenn ... dann ... andererseits ... (if - then - else). Abhängig von jeweiligen Gegebenheiten, z.B. von der Dateneingabe eines Betrachters oder einer Hardwarefunktion (Tastendruck, Mausklick), 'entscheidet' der Computer, welche Schritte er gehen wird, hier: welcher Film oder Filmausschnitt als nächster gezeigt werden soll. Flash verfügt dazu über eine aktionsbezogene Skript-'Sprache' zur Abfrage bestimmter Ereignisse, zur 'Entscheidung' zwischen mehreren Möglichkeiten und zur Formulierung der unterschiedlichen Aktionsanweisungen.

 Einsatzbereiche

Flash-Filme sind grundsätzlich in allen multimedialen Anwendungen einsetzbar. Hier sollen jedoch nur die Einsatzbereiche im Internet - genau genommen: im WWW - interessieren. Denn Flash-Filme setzen immer HTML codierte Seiten voraus. Die Reihenfolge der Aufzählung stellt keine Wertung dar und erhebt auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorspann

Flash-Filme werden häufig als Vorspann oder Startseite einer umfangreichen Internetpräsentation oder zur Einführung (intro) eingesetzt (Beispiel: Jahr 2000). Neben dem Ziel, die Aufmerksamkeit des 'Besuchers' auf den folgenden Web-Auftritt zu ziehen - er soll gespannt sein, was folgt, oder positiv eingestimmt werden -, können hier auch allgemeine Informationen wie Firmenadresse, Bedienhinweise usw. weitergegeben werden. Wichtig ist immer, dass dieser Vorspann auch übersprungen, 'weggeklickt', werden kann, also z.B. bei wiederholten Besuchen nicht zwangsläufig angeschaut werden muss. Zeit ist Geld (dies gilt im Internet wörtlich) und auch das schönste Intro langweilt bei wiederholter Betrachtung.

Ergänzung

Ebenso mehr die emotionale Seite des Betrachters ansprechen kann ein Flash-Film als Ergänzung ansonsten recht 'trockener' Informationen (Beispiel: Impressum Bayern & Preußen). Hier wird der Flash-Film zum rein gestalterischen Element ohne eigene Funktion, aber mit einer wichtigen Aufgabe.

Animierter Bewegungsablauf

Während in den ersten beiden der aufgeführten Einsatzbereiche der Flash-Film mehr wie Zierrat wirkt, ist dieser ein ganz wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste überhaupt: die filmische Darstellung von Bewegungsabläufen mit Interaktionsmöglichkeiten. Während dies mit animated-gifs (dabei werden mehrere im gif-Format codierte Bilder 'übereinander' gelegt und als ein Bild abgespeichert, der Browser zeigt die einzelnen Bilder in der vorgegeben Reihenfolge einzeln an), unabhängig von den technischen Problemen, die sich aus dem Speicherplatzbedarf ergeben, nur in beschränktem Umfang möglich ist und die Verwendung von Video-Filmen (AVI, MPEG usw.) noch immer keine befriedigende Lösung bringt (kleine Bilder, ruckelig, hoher Speicherplatzbedarf), kann man mit Flash-Filmen optimale Ergebnisse erzielen (Beispiele: U-Boot, Funktionsmodell einer Uhr, Modell Kurzsichtigkeit).
Der Flash-Film wird hier zur wertvollen Ergänzung verbaler Informationen und erlaubt durch Interaktionen - durch Berührung eines Bildteils mit dem Mauszeiger wird der Ablauf beeinflusst, ganze Bildteile können aktiv verschoben und damit Reaktionen ausgelöst werden - vielfältige Variationsmöglichkeiten. Wie im Technikmuseum die Funktionsmodelle, die über Knopfdruck oder Bedienungsmodule gesteuert werden können, in der Regel die Publikumsmagneten sind, so lässt sich mit solchen Flash-Anwendungen auch im Internet hohes Besucherinteresse erreichen.

Spiele

Eine Weiterführung der Animations-Filme mit Interaktion stellt die Entwicklung von Computer-Spielen dar. Es soll hier nicht über deren Sinn oder Unsinn gesprochen werden. Flash bietet in jedem Fall die Möglichkeit vom einfachen Tetris über Ballerspiele bis zum Adventure-Spiel das ganze Spektrum auch internetgerecht anzubieten.

Animierte Menüs

Jede Web-Seite, die mehrere Informationsmöglichkeiten anbietet, benötigt für die dazu erforderliche Navigation Text-Hyperlinks, 'Schaltflächen' (buttons) und 'Menüs', die auf Mausaktionen (Mausklick) 'reagieren' und z.B. die Anzeige der gewünschten Seite auf dem Bildschirm veranlassen.
Neben übersichtlicher Anordnung und eindeutiger Beschreibung der Funktionalität kann auch die Gestaltung dieser Elemente die Bedienbarkeit einer Seite sehr erleichtern. Hierzu, aber natürlich auch aus der bereits angesprochenen Notwendigkeit durch Gestaltungsbesonderheiten nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein 'positives feeling' zu erzeugen, können Flash-Filme einen Beitrag leisten. Schon der bekannte 'Mousovereffekt' - dabei wird ein angezeigtes Bild durch ein zweites ersetzt, sobald es der Mauszeiger berührt -, der mit Hilfe von JavaScript oder DHTML recht einfach erzielt werden kann, wird gerne gesehen. Setzt man nun als Schaltfläche anstelle des üblichen Bildes einen Flash-Film ein (die 'Bühne' eines Flash-Filmes kann jede Größe haben), so lässt sich eine Vielzahl grafischer Effekte darbieten: Fliegende Buchstaben, explodierende Buttons und blinkende und blitzende Zeichen, verbunden mit akustischer Untermalung, sind nur einige wenige Beispiele. Aber auch mehrgliedrige Menüs, deren Darbietung sich je nach Auswahl stufenweise erweitert, sind mit Flash-Filmen optisch reizvoll, aber auch anwendungstechnisch sinnvoll zu realisieren.

Ganze Präsentationen
Da in Flash im Grunde beliebig viele Filme miteinander verbunden, sachlich und hierarchisch geordnet und aktionsabhängig abgerufen werden können, können Internetpräsentationen auch vollständig und ausschließlich nur damit gelöst werden. Das Gerüst bildet zwar immer eine HTML-Datei, die aber nichts anderes tut, als einen Flash-Film mit all seinen Unterfilmen aufzurufen (Beispiel: IFCO).
Der Aufwand für die Erstellung einer solchen Internetseite oder gar eine ganzen Präsentation ist auch für Geübte wesentlich aufwendiger als mit HTML, GIF/JPEG-Bildern und ggf. JavaScript. Auch an das gestalterische Know-how (Layout, Typografie usw.) werden höhere Ansprüche gestellt. Allerdings hat diese Vorgehensweise eine Reihe von Vorteilen. So bestehen nicht nur wesentlich mehr gestalterische Möglichkeiten (die mit HTML oft nur mühsam erreichbar sind), sondern auch eine weitestgehende Unabhängigkeit von der technischen Ausrüstung des Benutzers. Durch den Einsatz des Flash-Players stimmen Schrift- und Bildgrößen sowie die Platzierung der einzelnen Bestandteile immer mit der Vorgabe überein und hängen nicht von der Leistungsfähigkeit des Browsers und - dies ist in der Praxis noch viel schlimmer - dessen individuellen, vom Benutzer nach Geschmack und Können vorgenommenen Einstellungen ab. Lediglich die reinen Hardwarevoraussetzungen wie Bildschirmauflösung und -farbdarstellung, aber auch die Processor-Leistung ist nicht beeinflussbar (die schönste Grafik kann bei einer Anzeige mit nur 256-Farben an Wirkung verlieren, komplexe Bewegungen werden mit einem langsamen Rechner zu ruckeligen Vorgängen). Wichtig auch: während der HTML-und Java-Script-Code immer offen und damit kopierbar ist (copyright ist für viele im Internet ein echtes Fremdwort), ist eine Flash-Film-Datei (swf) weder einseh- noch veränderbar. 'Geklaut' werden müßte also die gesamte Präsentation - und dafür gibt es nur selten eine Verwendung.

 Vorteile - Nachteile

Wenn man beginnt, über Vor- und Nachteile von Flash zu diskutieren, stellt man schnell fest, dass es sich eigentlich um die Frage dreht, wann und mit welcher Zielrichtung man Flash-Filme als Alternative zu anderen Medien oder Programmierungen einsetzt bzw. einsetzen sollte. Natürlich hat das Programmsystem an sich - wie alle EDV-Programme - noch einige Schwächen und könnte noch viele weitere Funktionen umfassen (die schnelle Versionsfolge zeigt, dass Macromedia intensiv daran arbeitet).
Nachteile - meist Ergebnis einer rein subjektiven Bewertung - ergeben sich immer dann, wenn Flash-Filme entweder schlecht gemacht oder falsch eingesetzt werden. So ist es sicher vor allem für den Durchschnittsuser mit langsamen Modem mehr als nervig, wenn minutenlang nichts auf seinem Bildschirm oder nur die Anzeige 'loading' erscheint, während im Hintergrund riesige Dateien vom Server geladen werden. Gute Flash-Programmierer können das vermeiden oder umgehen.
Noch subjektiver sind geschmackliche Bewertungen: Während es der eine toll findet, wenn bei jeder Mausbewegung etwas Neues auf dem Bildschirm flackert, rotiert oder gar explodiert und dazu Hardmetal-Klänge unterbrochen durch Pfeif- und Quietschgeräusche aus den Lautsprechern dröhnen, empfindet ein anderer schon jede grafische Extravaganz als unnötige 'Spielerei'. Letztlich hängt es vom Informationsanbieter ab, wie er sein Zielpublikum erreichen, informieren oder nur unterhalten will, wie er glaubt, die Aufmerksamkeit auf sich und seine Produkte oder Informationen lenken zu können. Nachdem das Internet sich vom reinen Informationsmedium zu einem wichtigen Handelsmedium (E-Commerce) gewandelt hat, haben eben auch Werbestrategien ihre Berechtigung. Und in bestimmten Umfang hat sich auch die Kunst dieses Medium einverleibt. Der größte Nachteil von Flash mag in diesem Zusammenhang sein, dass man damit alles Mögliche machen kann. Der zweitgrößte, dass es doch relativ einfach zu handhaben ist und damit jedermann offen steht.

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