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Das Bilddatensystem BIDAS wurde anhand der Erfordernisse eines modernen Inventarsystems am Beispiel des Kreismuseums Plön von seinem derzeitigen Direktor, Dr. Hans-Joachim Kruse, entwickelt. Es wird seit einigen Jahren mit Erfolg - vor allem in Schleswig-Holstein - von mehreren Museen zur Inventarisierung ihrer Bestände eingesetzt.

Frank Duehrkoph: BIDAS 2000 - Neue Entwicklungen und Tendenzen

Das Bilddatensystem BIDAS wurde anhand der Erfordernisse eines modernen Inventarsystems am Beispiel des Kreismuseums Plön von seinem derzeitigen Direktor, Dr. Hans-Joachim Kruse, entwickelt. Es wird seit einigen Jahren mit Erfolg - vor allem in Schleswig-Holstein - von mehreren Museen zur Inventarisierung ihrer Bestände eingesetzt.
Seit Anfang 1999 ist die Firma Duehrkohp & Radicke-Text- und Informationslogistik, Göttingen, an der Weiterentwicklung beteiligt. Duehrkohp & Radicke übernimmt auch den Vertrieb und den Support außerhalb Schleswig-Holsteins. Diese Kooperation bildet die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung von BIDAS in den nächsten Jahren.
Auf dieser Basis wurde BIDAS mit der Version 2000 auf eine völlig neue Basis gestellt. Ziel ist es - und wird es in den nächsten Jahren sein - dem Nutzer ein völlig freies System zu bieten, das auf Grund der Erfordernisse der möglichen Nutzer individuell angepasst wird und auch in der Zukunft durch eine konsequente Weiterentwicklung 'Datensicherheit' bietet. Mit der Version 2000 ist BIDAS unter den im PC-Bereich am weitesten verbreiteten Datenbankformaten MSAccess, DBase, InterBase und Paradox lauffähig. Eine neue Version von BIDAS, die auf Linux - dem Betriebssystem der Zukunft - portiert ist, befindet sich bereits in der Testversion. Ein spezielles Modul sorgt für die reibungslose Migration der Daten älterer EDV-Inventarisierungsprojekte ohne Datenverluste. Alle Bildschirmformulare sind frei konfigurierbar. In der Basisversion wird BIDAS mit einer Formulareinstellung ausgeliefert, die auf dem Datenfeldkatalog von Viktor Pröstler aufbaut. Spezielle, genau auf die Wünsche jedes Museums und Archivs abgestimmte Module, wie Museumsverwaltung oder eine Internetschnittstelle, können problemlos angepasst werden.
Eine wichtige Fragestellung ergibt sich nach erfolgter EDV-Inventarisierung: Wie sollen die Daten in Zukunft dem potenziellen Nutzer präsentiert werden? Hierbei ist vor allem an zwei Ausgabemedien zu denken - das Internet und die CD-ROM bzw. DVD (und hiermit verbunden die Terminallösung). Für beide Medien werden zur Zeit auf Basis von BIDAS Lösungsmöglichkeiten entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Göttingen und dem Institut für Historische Landesforschung, Göttingen, soll der Aktenbestand 'Stadtverwaltung und Militärregierung 1945-49' in Hinblick auf das 'Digitale Archiv' dem interessierten Nutzer via Internet auf der Grundlage von BIDAS zugänglich gemacht werden. Die Datenbank liegt hierbei nicht lokal auf dem Server des Stadtarchivs, sondern ist bereits auf dem Web-Server von Duehrkohp & Radicke eingerichtet. Die Eingabe der Daten erfolgt online über XML-Formulare, die dann automatisch in die Datenbank eingelesen werden. Die zugehörigen digitalisierten Akten werden auf Grund der Datenmenge lokal angebunden. Aus BIDAS werden dann automatisch html-Seiten generiert, die für den jeweiligen Betrachter über eine Nutzerkennung freigeschaltet werden können. Für den Nutzer im musealen Umfeld, sei es der interessierte Laie oder der Fachgelehrte, wird die Möglichkeit der virtuellen dreidimensionalen Betrachtung der musealen Objekte, aber auch der Austellungsräume, in den nächsten Jahren immer bedeutsamer. Gerade hier bietet BIDAS einen völligen neuen Lösungsansatz. In BIDAS lassen sich neben den üblichen zweidimensionalen Fotos auch dreidimensionale Objektpräsentationen anbinden.
Diesen 3D-Präsentationen liegt ein Verfahren zu Grunde, das eine 3D-Rekonstruktion aus Bildern gestattet, die aus Aufnahmepositionen rund um das Objekt gewonnen werden. Der hierzu verwendete Messaufbau besteht aus einer digitalen Kamera, die fest vor einem Drehteller.installiert ist, auf welchem sich das Scan-Objekt befindet. Der Drehteller wird nach jeder Bildaufnahme um einen definierten Winkel gedreht, bis das Objekt von allen Seiten erfasst ist. Für die Rekonstruktion der dreidimensionalen Objektform ist es erforderlich, dass zunächst Position, Orientierung und interne Kenngrößen der Kamera bestimmt werden. Das anschließend durchgeführte Rekonstruktionsverfahren mit üblicherweise 20-40 Kamerabildern lässt sich in zwei Schritte unterteilen.
In einem ersten Verfahrensschritt wird mit dem so genannten Silhouettenschnittverfahren aus Objektsilhouetten, die durch Segmentierung der Eingangsbilder gewonnen werden, die Form rekonstruiert. Die Form wird dabei als Dreiecksnetz dargestellt. Um dem auf diese Weise gescannten Objekt ein natürliches Aussehen zu verleihen, wird in einem zweiten Verfahrensschritt jedem Polygon ein Bildausschnitt aus den vorher aufgenommenen Kamerabildern zugeordnet. Diese Zuordnung wird dabei so gesteuert, dass der Gesamteindruck möglichst homogen ist. Alle Modelle lassen sich beliebig um alle Achsen drehen. Durch einen speziell programmierten Viewer können diese Darstellungen in BIDAS angezeigt werden.
Nicht nur die musealen Objekte, sondern auch deren Ausstellungsräume lassen sich in BIDAS dreidimensional abbilden. Diese Darstellung wird mit Hilfe der QuickTime-Technologie der Firma Apple generiert. Ein QuickTime-Viewer ist in BIDAS integriert. BIDAS kann so als Grundlage einer multimedialen Präsentation der musealen Objekte im Hinblick auf ein 'Virtuelles Museum' genutzt werden.
BIDAS als Multimedia-System wurde in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Insitut der Universität Göttingen am Beispiel der dortigen Gipsabgusssammlung als Teilprojekt des 'Forums für Wissenschaft und Technik', dem Göttinger Beitrag zur EXPO 2000, präsentiert.
Ein erster Modellversuch einer datenbankgestützten Multimedia-Anwendung ist mit dem Stadtinformationssystem RegioGöttingen von Duehrkohp & Radicke auf der Basis von 'Valentina', einer speziell auf das Multimedia-Tool Macromedia-Director abgestimmten Datenbank, Ende 2000 erstmalig realisiert worden.
Aktuelle Informationen zu diesen Projekten und zu BIDAS können auf der Homepage von Duehrkohp & Radicke abgerufen werden.

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